Bookbridge
Monika Czernin (* 1965, Klagenfurt, Österreich) | Melissa Müller (* 1967, Wien, Österreich)
Monika Czernin ist eine international bekannte Autorin und Filmemacherin. Melissa Müller ist Bestsellerautorin, deren Bücher häufig Vorlage für preisgekrönte Spielfilme sind. 2022 gründeten sie gemeinsam bookbridge, ein Schriftsteller- und Künstler:innen-Kollektiv im Internet der Zukunft. bookbridge steht für gute Geschichten auf Papier, weitererzählt im Web3. In inspirierenden Interaktionen zwischen analogen und digitalen Kreativwelten entstehen limitierte Kunsteditionen, digital animierte Musikstücke und Visual Music Compositions als Downloads sowie Digital Collectibles. Lehel.Art hat das Projekt Visual Music Alice, eine Kooperation von bookbridge und jink.one, für die Ausstellung Thinking Skin / In Between in den Räumen von Donner & Reuschel München (2024) realisiert.
Wo leben und arbeiten Sie?
Monika Czernin: Am Starnberger See, mit Blick auf See und Berge, sowie auf Reisen.
Melissa Müller: In München, mit Blick auf den Kanal, und ebenfalls auf Reisen.
Wer oder was hat Sie künstlerisch geprägt?
MC: Stephan Zweig.
MM: Joseph Roth.
Ihr Hauptcharakterzug?
MM: Neugierig.
MC: Dem kann ich mich nur anschließen.
An was arbeiten Sie aktuell?
MC: An Büchern und Filmen – immer mit dem Blick, was wir daraus für bookbridge gewinnen können.
MM: Zusammen mit der Künstlerin und Komponistin jink.one beschäftigen wir uns beispielsweise gerade mit der Zukunft der Erinnerung und entwickeln die erste klingende, multimediale Romanbiographie mit Visual Art Music.
Wie würden Sie Ihre künstlerische Praxis beschreiben?
MC: Ganz nach dem Sufi-Mystiker Jalaluddin Rumi: Whatever you love, you are.
MM: educate + entertain = create awareness. Und nur wer Spaß an Umwegen hat, entdeckt Neues.
Haben Sie ein bestimmtes Arbeitsritual?
MC: Ich denke, das kann ich für uns beide beantworten: Kaffee! Und nicht zu wenig davon!
Ihr Mantra?
MC: „The things we do are like monuments that people build to honor heroes after they’ve died. They’re like the pyramids that the Egyptians built to honor the pharaohs. Only instead of being made of stone, they’re made out of the memories people have for you.” – R.J. Palacio, Wonder
MM: „We will open the book. Its pages are blank. We are going to put words on them ourselves. The book is called opportunity.“ – Edith Lovejoy Pierce
Rot, gelb oder blau?
MC: Blau, in allen Varianten.
MM: Orange.
Ihr Lieblingsding oder -objekt?
MC: Meine Schreibtischlampe, ohne deren gutes und helles Licht ich nicht mehr arbeiten könnte.
Was verbinden Sie mit dem Begriff „Zukunft“?
MC: Die Hoffnung, dass wir die großen Herausforderungen der Gegenwart meistern können.
MM: Creating memories for the future.
Eine Frage, die Sie gerade bewegt?
MM: Wie kann virtuelles Erinnern funktionieren?
Stadt oder Land?
MM: … my home was never on the ground.
Welcher Geruch erinnert Sie an Ihre Kindheit?
MC: Der Geruch von neuen Heften und Stiften nach den Sommerferien.
Kann man Kunst lernen?
MC: Kommt Kunst von Können oder von Müssen?
Was hätten Sie gerne früher gewusst?
MC: Dass das Leben nicht immer perfekt ist, aber dass das nichts ausmacht.
MM: Nimm dich in Acht vor Menschen, die glauben, dass früher alles besser war.
Kunst ist…
MC: … eine immer wieder versuchte Annäherung.
MM: … das Gegenteil von Stillstand.
20. November bis 7. Dezember 2025
Visual Music Alice
Münchner Bücherschau
Westflügel Haus der Kunst