Gesine Unverzagt
1944–2024
Ihre Fähigkeit, das Hintergründige hinter dem Illustren einzufangen, machte Gesine Unverzagt zu einer der gefragtesten Porträtfotograf:innen der 70er -und 80er-Jahre. Ihr Portfolio liest sich wie ein Who’s who der modernen Musikgeschichte. Ikonen wie Elton John, Rod Stewart, Bob Marley, Miles Davis, Lou Reed, James Brown, Gloria Gaynor oder Marianne Faithful verlieh die gebürtige Schwedin ein Gesicht. In ihren Schwarz-Weiß- und Farbfotografien hielt sie mit großartigem künstlerischem Gespür nicht etwa Stars im Scheinwerferlicht, sondern individuelle Persönlichkeiten fest.
Nach dem Studium der Fotografie in Hamburg arbeitete Gesine Unverzagt zunächst als Assistentin des renommierten Mode- und Peoplefotografen Frank Horvat in Paris. Ihr Einstieg in die internationale Musikszene gelang ihr mit Aufnahmen der Gruppe Can Anfang der 70er-Jahre in Zürich. Zurück in Hamburg gründete sie ihr eigenes Studio für People- und Modeproduktionen. Im Auftrag nationaler wie internationaler Tonträgerunternehmen, Musikverlage und Magazine entstanden in dieser Zeit Porträts und Homestories von etwa 200 namhaften Bands und Musikern. Später bereiste sie als Reisejournalistin und Fotografin für deutsche sowie internationale Medien die Welt – immer fokussiert auf Menschen unterschiedlicher Kulturen. Musik spielte weiterhin eine wesentliche Rolle. Gesine Unverzagt starb am 8. Dezember 2024 in Hamburg.