Gina Merz

* 1991, Frankfurt am Main, Deutschland

Gina Merz ist Kuratorin. Seit 2025 leitet sie gemeinsam mit Michał Leszuk den Kunstverein Kevin in Wien. Dort realisierte sie bislang Einzelausstellungen mit Nancy Lupo, Luisa Berghammer und Asta Lynge sowie die Gruppenausstellung „Thoughts in No Particular Order, Given the Circumstances“. Ihr Interesse an einer kritischen institutionellen Praxis zeigte sich unter anderem in ihrer Arbeit an der Kunsthalle Wien im Jahr 2025. Dort kuratierte sie die prozessorientierte, recherchebasierte Gruppenausstellung „Burn The Diaries, Read Them Out Loud“, die ein Programm aus Performances, Lesungen und diskursivem Austausch mit einem Schwerpunkt auf Text in der zeitgenössischen Kunst umfasste. In 2024 nahm sie am Independent Study Program Maumaus in Lissabon teil. Von 2020 bis 2024 war Gina Merz Teil des kuratorischen Teams des Kunstvereins München. Sie ist außerdem Mitgründerin von PlusX, einem Kunstraum im Radio mit Fokus auf Sound, Text und Performance.

In der Vergangenheit war sie an Projekten in Zusammenarbeit mit dem Tanzquartier Wien, Cashmere Radio, dem KW Institute for Contemporary Art, dem Schinkel Pavillon, der Volksbühne Berlin, der Zürcher Hochschule der Künste sowie der Universität der Künste Berlin beteiligt.

Für die Ausstellung Thinking Skin/In Between in den Räumen von Donner & Reuschel München hat sie den von Lehel.Art herausgegeben Text „Small Change. Kleine Münze. Exemplarische Überlegungen zu Kunst und künstlicher Intelligenz“ verfasst.

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Nancy Lupo, Disko, Installationsansicht, Kunstverein Kevin 2025. Foto: Flavio Palasciano
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Asta Lynge, Chariot, Installationsansicht, Kunstverein Kevin 2026. Foto: Flavio Palasciano

Fragen an
Gina Merz

Wo leben und arbeiten Sie?
Aktuell in Wien, zuvor in Lissabon, München, Berlin und Frankfurt.

Wer oder was hat Sie kuratorisch geprägt?
Meine Freundinnen, Kolleginnen und Mentorinnen Maurin Dietrich, Gloria Hasnay und Lea Vajda, mit denen ich gemeinsam am Kunstverein München gearbeitet habe.

An was arbeiten Sie aktuell?
An dem Programm des Kunstverein Kevin in Wien. Gemeinsam mit Michał Leszuk habe ich die Leitung des Raums im Herbst 2025 übernommen. Es ist spannend, Ausstellungen nicht ausschließlich für sich, sondern in einem langfristigen Konzept an einem Ort zu denken. Es entstehen Bezüge und Verschränkungen und dadurch eine eigene Logik und Sprache für den physischen und konzeptuellen Raum.

Wie würden Sie Ihre kuratorische Praxis beschreiben?
Ich interessiere mich für eine Arbeit zwischen Kuration, Kunst und Text. Mir liegt es daran, diese Disziplinen zusammen zu denken.

Haben Sie ein bestimmtes Arbeitsritual?
Ich schreibe jeden Tag.

Rot, gelb oder blau?
Grün!

 

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Burn The Diaries, Read Them Out Loud, Installationsansicht, Kunsthalle Wien Karlsplatz 2025. Foto: Iris Ranzinger
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Installation View „Thinking Skin / In Between“, Donner & Reuschel Munich, 2024

Ihr Lieblingsding oder -objekt?
Papier?

Gibt es für Sie eine Verbindung zwischen Kunst und Musik?
Musik ist für mich extrem wichtig. Ich denke beim Schreiben und Kuratieren oft in Rhythmen und (musikalischen) Systemen.

Eine Frage die Sie gerade bewegt?
Wie es weiterhin möglich sein wird, in dem Bereich der Kunst bei all den politischen Veränderungen und Verschärfungen zu arbeiten und zu leben.

Welcher Geruch erinnert Sie an Ihre Kindheit?
Das Parfum meiner Eltern als Gemisch.

Welches Buch steht schon lange auf Ihrer Liste?
The Process von Joshua Leon, einem tollen Freund und Künstler.

Was hätten Sie gerne früher gewusst?
Dass man im Bereich der Kunst arbeiten kann bzw. Kunst studieren kann, das habe ich erst sehr spät erfahren.

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Gina Merz, Foto: Manuel Nieberle