Berlin und Wien

Kunst erleben, Orte entdecken

Berlin ist Leiko Ikemuras Lebensmittelpunkt, Wien der Ort ihrer nächsten großen Ausstellung. Wir haben unser Netzwerk und unser Team gefragt: Was ist los in Wien? Wo gibt es in Berlin Kunst, die überrascht – auch abseits der großen Museen? Wo isst man gut? Was ist in und um Berlin und Wien ein echter Geheimtipp?

↗ © Schlossgut Schwante
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↗ © Schlossgut Schwante
↗ Esra Gülmen, Controversy Teeter/Totter, Yes/No, 2025 © Schlossgut Schwante
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↗ Esra Gülmen, Controversy Teeter/Totter, Yes/No, 2025 © Schlossgut Schwante
↗ Toshihiko Mitsuya, Aluminum Garden, 2020 © Schlossgut Schwante
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↗ Toshihiko Mitsuya, Aluminum Garden, 2020 © Schlossgut Schwante
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Berlin
„DIE KUNST DER ENTSCHLEUNIGUNG“

IRIS VON DER TANN, ARTISTISTIC DIRECTOR LEHEL.ART

SCHLOSSGUT SCHWANTE
„Ein anmutiger Ort und eine lustvolle Art, Kunst zu genießen“, schrieb The Guardian über das Schlossgut Schwante. Wie wahr. Wann immer ich zwischen meinen Terminen in Berlin Zeit finde, fahre ich raus zu Loretta Würtenberger und Daniel Tümpel, die hier ein spektakuläres Refugium für Kunst- und Naturfreunde geschaffen haben. Umgeben von Feldern, Gräben und Wäldern des Oberhavellandes liegt das barocke Schloss 25 km nordwestlich von Berlin. Das Herzstück ist der zehn Hektar große Skulpturenpark, 2025 um neue Werke von Künstlern wie Sofia Goscinski, Esra Gülmen und Donata Wenders erweitert. Dazu das Restaurant im Backsteinhaus und der Hofladen. Ich kann es nur jedem empfehlen.
schlossgut-schwante.de

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↗ Kunsthaus Dahlem © Kunsthaus Dahlem / Gunter Lepkowski
Christian Rickert, Diversity Transfer Code No 3, 2014
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↗ Christian Rickert, Diversity Transfer Code No 3, 2014 - 2015, 150 x 110 cm
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Berlin
„MEIN LIEBLINGSZIEL IM GRUNEWALD“

CHRISTIAN RICKERT, KÜNSTLER

KUNSTHAUS DAHLEM
Zur NS-Zeit war es Arno Brekers Staatsatelier, heute ist es ein Ausstellungsraum der Nachkriegsmoderne in Ost und West. Ein wesentlicher Schwerpunkt des Programms liegt auf der Präsentation plastischer Kunst, ergänzt durch Malerei, grafische Arbeiten sowie Fotografie. Dabei stehen insbesondere die Jahre 1945 bis 1961 im Fokus. Das wunderschön gelegene Ensemble liegt übrigens in direkter Nachbarschaft zum Brücke Museum. Nach einer Stärkung im Café im Kunsthaus kann man bei einem Spaziergang den Grunewald erkunden. Empfehlenswert: die Ausstellung „Emilio Vedova – Mehr als Bewegung um ihrer selbst willen“ (21.11.2025 – 08.03.2026).
kunsthaus-dahlem.de

 

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↗ Aktionsraum Spoiler Zone © Spoiler, 2025 / Linus Muellerschoen
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↗ Performance by July Weber, NEW FEARS Berlin © NEW FEARS / July Weber
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↗ HAUNT Berlin @ frontviews
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Berlin
„HINGEHEN!“

MANFRED PECKL, KÜNSTLER

KUNSTORTE BERLIN
Es gibt so unglaublich viele Initiativen und Projekträume in Berlin. Viele davon sind richtig toll. Gerade saß ich in der Jury zur Förderung dieser Initiativen. Besonders lebendig und super sind:

SPOILER ZONE in der Birkenstraße 1 in Moabit schafft kurzfristige und gemeinschaftliche Anlässe für Gruppenausstellungen, Interventionen und Performances von Künstler*innen der freien Szene.
spoiler.zone

NEW FEARS wurde im Sommer 2020 gegründet. Die Galerie in der Reichenbergerstraße 114 bietet jungen, aufstrebenden Künstlern eine Plattform, um an der Schnittstelle von Choreografie und bildender Kunst zu arbeiten, zu experimentieren und zu präsentieren, wobei der Schwerpunkt auf körperbezogenen Praktiken liegt.
newfears.net

FRONTVIEWS ist eine Gruppe von internationalen Künstlern und Kunsttheoretikern, die in Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen und Initiativen im In- und Ausland Formate zeitgenössischer Kultur entwickelt. Seit 2020 betreibt frontviews das HAUNT, ein Kulturzentrum für Stadtökologie, beides in der Kluckstraße 23 A.
frontviews.de

 

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Berlin
„Karpfen statt Kerosin“

SABINE SCHAEFER-GAISER, SENIOR EDITOR LEHEL.ART

DIE „TANKSTELLE“
Mein neues Lieblingscafé in Berlin: die „Tankstelle“ in Schöneberg. Die ehemalige Shell-Tankstelle aus den 1950ern hat Galerist Juerg Judin vor einigen Jahren gekauft. Er setzte einen kleinen Anbau daneben, verwandelte die einstige Zufahrt zu den Zapfsäulen mit Kiefern, Bambus und einem Karpfenbassin in ein Großstadtidyll hinter hoher Mauer. Knapp zweieinhalb Jahre war hier ein Museum für Werke des verstorbenen Künstlers George Grosz untergebracht. Im Mai 2025 eröffneten die Galerie Judin und die New Yorker Pace Gallery gemeinsam einen Ausstellungsraum, in dem sie abwechselnd Künstler aus ihren jeweiligen Programmen präsentieren werden. Neben dem Café betreibt die Verlagsgruppe «Die Zeit» hier auch eine Buchhandlung für Kunstinteressierte.
galeriejudin.com

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Wien
„Meine Geheimtipps“

ESTHER GEREMUS, KOSTÜMBILDNERIN

DREI LIEBLINGSORTE
… in Wien verriet uns die renommierte Kostümbildnerin Esther Geremus. Zuletzt arbeitet die Wahl-Wienerin am Residenztheater in München, wo in der Inszenierung von Barbara Frey Ödön von Horváths Kasimir und Karoline gezeigt wird.

 

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↗ Außenansicht © Josephinum / Reiner Riedler
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↗ Die Mediceische Venus, um 1785, © Josephinum / Bene Croy

„ANATOMIE IN WACHS“
DAS JOSEPHINUM

Leopold Museum, Albertina, MuseumsQuartier oder MAK – mein persönlicher Lieblingsort ist das Josephinum im 9. Bezirk. Hier entfaltet sich Anatomie als Kunst. Das Museum zeigt unter anderem 1.192 anatomische Wachsmodelle, die Kaiser Joseph II. in Florenz für die damals neu gegründete medizinisch-chirurgische Akademie in Wien anfertigen ließ. Für die Darstellung der Ganzkörperfiguren inspirierte die Modelleure die Kunst der damaligen Zeit. Sie benutzten Gestalten aus Michelangelos Skizzen, die teils entrückten Heiligen und Märtyrern ähneln. Die Körper der Frauen tragen barocke Züge. Absolut sehenswert.
josephinum.ac.at

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↗ Café Exchange © leafabienne.pic-time.com

„GIMBAPS AN SCHALTER 21/22“
CAFÉ EXCHANGE
Ohne Otto Wagner wäre Wien nur halb so schön. Licht, räumliche Dimension, Details: Allein die Kassenhalle seiner Postsparkasse – heute Sitz des Interdisciplinary Lab (AIL) der „Angewandten“ – ist ein Meisterwerk. Alexander Afrough, der zum Studieren nach Wien kam und in der Gastroszene strandete, entwickelte für „Schalter 21/22“ ein pescetarisches Imbisskonzept, das mit koreanischen Gimbaps, köstlichem Rohkostsalat und veganen Currys überzeugt. Raum trifft hier Geschmack.
Mo-Fr 09:00 – 17:30, Sa 10:30 – 17:00
cafe-exchange

Song Vienna
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↗ „Tedd“ Cardigans: Atelier Song © Song Vienna
Schaufenster Song Vienna, Lampen: Marianna Kennedy © SONG VIENNA
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↗ Schaufenster Song Vienna, Lampen: Marianna Kennedy © Song Vienna
Song Vienna, Cabinet Show #3, Artworks: Wolfgang Capellari © Wolfgang Capellari / Song Vienna “Zinnoberzauber”
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↗ Song Vienna, Cabinet Show #3, Artworks: Wolfgang Capellari, Zinnoberzauber © Wolfgang Capellari / Song Vienna

„KEIN MAINSTREAM“
CONCEPT STORE SONG

Er ist nicht neu, aber immer wieder überraschend: Myung Saba-Songs Concept Store Song. Die Südkoreanerin, die sich schon immer für Mode und Kunst interessiert hat, erfüllte sich bereits 1998, nach ihrem Studium an der Angewandten, mit einem eigenen Geschäft einen Traum. 2007 zog sie in ein von Gregor Eichinger gestaltetes Loft in der Praterstraße im 2. Bezirk um, das internationaler Avantgardemode von Marina Yee bis zu Dries Van Noten sowie ausgesuchtem Interior eine Bühne bietet. In der angeschlossenen Galerie SongSong hat auch zeitgenössische Kunst ihren Platz. Vier größere Ausstellungen pro Jahr werden veranstaltet, bei denen Song nicht zwischen Kunst und Mode unterscheidet – Hauptsache, kein Mainstream.
song.at

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ZWISCHENWESEN

Von Japan nach Europa, von Malerei zur Skulptur, vom Ich zum Universellen: Leiko Ikemura lebt künstlerische Durchlässigkeit. Thomas Kuhmann über eine Ausnahmekünstlerin

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