Hamburg und München
Kunst erleben, Orte entdecken
Unsere beiden Standorte bieten mehr als Elbe und Isar. Wir haben unser Netzwerk und das Lehel.Art-Team gefragt: Wo gibt es in München Kunst, die überrascht – auch abseits der großen Museen? Wo isst oder trinkt man in Hamburg gut? Was ist ein echter Geheimtipp? Und welche Orte außerhalb der beiden Metropolen lohnen einen Abstecher?
Hamburg
„Mein Lieblingsrestaurant auf dem Kiez“
Thomas Kuhmann, Managing Partner
Cuneo
1905 öffnete das italienische Restaurant Cuneo erstmals seine Türen. Seither ist das Kult-Lokal auf dem Kiez in Familienbesitz. Künstler, Schriftsteller, Schauspieler, Kiezgrößen und das Rotlichtmilieu kehren hier ebenso ein wie Hamburgs feine Gesellschaft. Hinter der unscheinbaren Fassade eines ehemaligen Bordells empfängt ein gemütlicher Gastraum mit weiß eingedeckten Tischen, weinroten Wänden, Kunstwerken und Fotos prominenter Gäste. Die legendäre Jukebox sorgt für Atmosphäre. Die Küche: schlicht, schnörkellos, nach alten Familienrezepten – und immer ein Erlebnis. Ich führe Gäste aus aller Welt gerne hierher.
cuneo1905
Hamburg
„Ein ganz besonderer Ort“
Iris von der Tann, Artististic Director
Das WAI Woods Art Institute in Wentdorf bei Hamburg
Im Woods Art Institute wird Kunst nicht nur ausgestellt, sondern im Dialog mit der Umgebung gedacht. Die Verbindung von zeitgenössischen Positionen mit der offenen, bewusst gestalteten Landschaft schafft eine seltene Tiefe der Wahrnehmung. Wer sich für Kunst interessiert, findet hier nicht nur Werke, sondern Haltungen – und Raum zum Nachdenken. Ein Besuch lohnt sich immer, gerade weil dieser Ort so still wie inspirierend ist. Sehenswert: die aktuelle Ausstellung „You cannot say goodbye to a myth. Folkert de Jong im Dialog mit Werken aus der Sammlung Reinking.“ (noch bis Januar 2026).
woodsartinstitute
MÜNCHEN
„Kleinod im Museumsviertel“
Sabine Schaefer-Gaiser, Editor
Café im Innenhof der Glyptothek
Die Glyptothek ist das einzige Museum auf der Welt, das nur der antiken Skulptur gewidmet ist. Das allein ist sehenswert. Im Innenhof der Glyptothek verbirgt sich zudem eines der schönsten Cafés der Stadt. Sonntags kann man hier zu Sonderpreisen antike Kunst bewundern und danach den wohl besten italienischen Kaffee Münchens in mediterraner Atmosphäre genießen. Ich gehe lieber unter der Woche hin: um in der Sonne zu sitzen und ungestört zu lesen.
antike-am-koenigsplatz
Hamburg
„Gewobene Geschichte“
Hilde Leiss, Galeristin
LILA VALADAN
Manche Entdeckungen behalte ich gern für mich – aber Lila Valadan muss man gesehen haben. Ihre Teppiche sind keine Ware, sondern gewebte Geschichten. Lila kam 1984 aus dem Iran nach Hamburg, wo sie mit ihrem Mann, einem Teppichsammler, ein Unternehmen gründete, das heute von ihr und ihren Kindern weitergeführt wird. Für Lila ist jeder Teppich ein Stück Heimat. Handgeknüpft von Nomadinnen, sind sie tief verwurzelt in persischer Kultur und Ästhetik. In ihrem Showroom nahe dem Gänsemarkt fühlt man: Das ist mehr Kunst als Design.
lilavaladan
PS: Mein Lieblingsrestaurant in Hamburg ist das Cox in St. Georg. Mittags oder abends, hier geht es angenehm unaufgeregt zu, und man schmeckt die Passion, mit der gekocht wird.
restaurant-cox
MÜNCHEN
„Hingehen!“
Mara Pollak, Künstlerin
ZIRKA
Das Zentrum für interdisziplinäre Raum- und Kulturarbeit, kurz ZIRKA, bietet durch die Neugestaltung und Bespielung der ehemaligen Halle 23 am Leonrodplatz in München Raum für über 50 Kreativschaffende, Kollektive und Unternehmen aus Bereichen wie Kunst, Musik, Design, Journalismus, Film, Fotografie und mehr.
Das ZIRKA versteht sich als offene Plattform für transdisziplinäre Projekte und Veranstaltungen – von Ausstellungen über Konzerte bis hin zu Performances, Lesungen und Partys. Es schlägt Brücken zwischen Subkultur und Hochkultur, zwischen Bildender Kunst, Musik, Theater, Performance und Tanz. Ein Möglichkeitsraum, wie man ihn in München selten finden kann.
zirka.space
Hamburg
„Meine Geheimtipps – aber nicht verraten!“
Tulga Beyerle, Direktorin MK&G Hamburg
Barlach Haus
Neben dem Kunstverein bin ich Fan vom Barlach Haus. Der moderne, lichte Museumsbau beherbergt zahlreiche Hauptwerke des expressionistischen Bildhauers, Zeichners und Schriftstellers Ernst Barlach (1870–1938). Außerdem liegt das 1962 eröffnete Privatmuseum im Jenischpark, dem schönsten Landschaftsgarten Hamburgs.
barlach-haus
↗ Leitet das renommierte Museum für Kunst & Gewerbe Hamburg: Tulga Beyerle.
Foto: © Julia Steinigeweg
Bar Congress Central
Die Bar Central Congress in der Steinstraße ist ein Ort, den ich mag – am besten um 18.00. „Hamburg’s Central Congress Bar is all about 1960s smoky boardroom glamour“, schrieb das Magazin Wallpaper. Das trifft es gut.
centralcongress
Wenzel-Hablik-Haus
Einen Ausflug ins Umland lohnt das Wenzel-Hablik-Haus in Itzehoe. Leider ist es nur selten zugänglich. Der Maler, Grafiker, Kunsthandwerker, Innenarchitekt und Visionär Wenzel Hablik (1881-1934) ist überhaupt eine Entdeckung für mich.
hablik-villa
MÜNCHEN
„Treiben lassen!“
Iris von der Tann, Artistic Director
Naturbad Maria Einsiedel in Thalkirchen
Wer einmal im Naturbad Maria Einsiedel war, wünscht sich Sommer für immer. Durch das Gelände fließt auf fast 400 Metern der eiskalte Isarkanal. Einfach einsteigen und von einer Seite des Freibads zur anderen treiben lassen. Dann rausklettern, zurücklaufen – und das Ganze wiederholen, bis das Bad seine Türen für den Tag schließt. Das Wasser wird hier übrigens durch Mikroorganismen statt Chlor gereinigt. Der Start in die Badesaison ist abhängig vom Pflanzenwachstum im Aufbereitungsteich.
freibaeder-muenchen/maria-einsiedel
MÜNCHEN
„Oase des Lebensgenusses“
Thomas Kuhmann
CA-BA-LU
Am Thierschplatz 5 mitten im Lehel führt Mike Petersen seit 15 Jahren das CA-BA-LU, womöglich das kleinste, jedenfalls intimste Bar-Restaurant Münchens. Wenn 10 oder 15 Gäste da sind, ist es voll, jeder kennt jeden oder – im Mindesten – jeder redet mit jedem!
Mehr als 20 verschiedene und angeblich beste Creative-Burgers in der Stadt und mehr als 100 Gin-Sorten nebst vorzüglichen anderen Spirituosen versetzen Gaumen und Seelen in taumelige Glückseligkeit, gelegentlich flimmern Europapokal-Fußballspiele über den Fernseher, durchsetzen die grundsätzlich fröhliche Stimmung mit einer deutlichen Prise Fanatismus, im Hintergrund zischt unbeirrt der Grill mit den nächsten Burgers – oh Gott, hatte ich nun den mit Trüffeln, den mit zerlaufenem Gorgonzola oder den mit Waldpilzen bestellt?
Ohne Gin aus dem vor 100 Jahren designten Apothekerglas aus Chicago kann ich ebenfalls nicht nach Hause gehen. Warum auch? Mit Mike gibt es immer noch etwas zu besprechen, über die Gastronomie in München, die Bautätigkeit im Lehel, die guten alten Zeiten, oder die besseren, die demnächst kommen sollen…
Ach, und warum eigentlich CA-BA-LU? Hieß früher mal: CAfeteria BAr LUnch. Alles klar, oder?
ca-ba-lu
Hamburg
„Immer wieder gerne“
Ahmet Ucan, Principal, und Natalia Bogusz, Office Management, von Lehel.Art
Mehr als nur ein Arbeitsplatz…
Wenn wir an Kunst und Hamburg denken, fällt uns als erstes unser Büro ein. Es ist ein Raum, in dem Kunst und Kreativität spürbar sind. Die Kunstwerke hier bewegen uns, inspirieren und schenken Raum für neue Gedanken. So verschmelzen Arbeit und Kunst auf eine ganz besondere Weise. Einfach einen Termin ausmachen und vorbeikommen, es lohnt sich!
… und unser Lieblingsimbiss
Es gibt sie schon ewig, aber sie ist immer wieder einen Besuch wert: Die Kleine Rast an der Elbe. David Pohles Kult-Imbiss liegt direkt auf dem Elbewanderweg in Nienstedten zwischen Teufelsbrück und dem Blankeneser Treppenviertel. Einer der schönsten Orte Hamburgs mit bester Currywurst, eiskaltem Bier – und, ganz umsonst, Blick auf die Elbe.
München
„Kitschig, aber schön“
Sabine Schaefer-Gaiser
Gondelfahren in Nymphenburg
Venedig liegt näher, als man denkt: Im Schlosspark Nymphenburg laden im Sommer echte venezianische Gondeln zu einer Fahrt über den Mittelkanal ein. Die Münchner Gondolieri pflegen damit eine Tradition, die bis ins bayerische Barock reicht. Zwischen Schlossarchitektur und Wasserglanz darf man sich ein bisschen wie in der Serenissima fühlen – nur ohne Adria, dafür mit Biergarten in Reichweite. Wer es also nicht auf die Architektur-Biennale nach Venedig (noch bis 23.11.) schafft: Dolce vita geht auch in München.
gondel-nymphenburg
Lehel.Art Hamburg und München
Teil I
Zurück zur Natur
MORE >>>